10.09.2010
Was? Wann? Wo?


Ruhejahr
Tausch: Bürobequemlichkeit gegen Reiseungemütlichkeit
Den Krempel hinschmeißen und machen, wovon man träumt. Das haben sich schon viele von uns gedacht. Aber wer hat es wirklich konsequent durchgezogen? Heinz Feldmann ist einer der wenigen, der seinen Traum auslebte: Er stieg aus seinem erfolgreichen Managerdasein aus und begab sich für ein Jahr lang auf Weltreise – ganz allein. In seinem Buch „Ruhejahr“ beschreibt er die Erfahrungen auf seiner Reise rund um den Globus.

Bereits mit 30 Jahren begann Feldmann, soeben als Geschäftsführer eines Medizinkonzerns am Zenit seiner beruflichen Laufbahn angelangt, mit den Planungen für sein Auszeitjahr. „Ich kalkulierte die Kosten für dieses Vorhaben und richtete mir ein Sparbuch ein.“ Bereits 36 von 60 Monatsraten waren angespart, da kam ein Anruf seiner Ex-Partnerin und Mutter seines Sohnes (damals 10), der seine Planungen vorerst über den Haufen warf: „Du musst für unseren Sohn sorgen!“ Damit war die Weltreise um 8 Jahre verschoben.

Als der Sohn aber 18 und einigermaßen selbstständig war, die inzwischen mit dem angesparten Geld gegründete eigene Firma gut lief, ging es los - mit einem 20 Kilogramm schweren Rucksack. Die Bilanz als „Backpacker“ (wie Rucksacktourist international genannt werden): Ratten im Zimmer von Vietnam, Stockbetten mit stockbesoffenen Jugendlichen in Rio, Akkordeon- Tanz- und Sprachkurse in Südamerika und einsame Nächte im Zelt bzw. unter freiem Himmel.

„Ich nehme mich nicht mehr so wichtig“ ist eine Erkenntnis Feldmann´s von dieser Reise. Die Bescheidenheit der Balinesen, die Lebensfreude der Südamerikaner und der Arbeitseifer der Chinesen sind die anderen Motivationen die Feldmann nun in seine tägliche Arbeit einfließen lässt. Und zu guter letzt schätzt er seit seiner Reise die Kommunikationskompetenz umso mehr. „Alleine ist es nicht immer lustig. Um sozial nicht zu verhungern muss man auf andere Menschen zugehen. Mindestens fünf Kontakte am Tag waren das Ziel!“

Auf jeden Fall hat das Ruhejahr dem Globetrotter Heinz Feldmann neben der geistigen Auszeit auch viel an Lebenserfahrung und vor allem an Lebenseinstellung gebracht. Das managen hat er aber nicht verlernt: Fast auf den Cent genau stimmte die Kalkulation von 36.000 Euro mit den tatsächlichen Ausgaben überein.

Am 22. November 2007 um 19.30 Uhr hält Heinz Feldmann einen Diavortrag über seine Reise um den Globus im Kulturzentrum Perchtoldsdorf. 

Helmut Zauner
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Fotos: Heinz Feldmann
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