30.07.2010
Chronik


15.09.2009
Nicht sattelfest: 5.000 verletzte Reiter
Verletzungen passieren vor allem beim Sturz vom Pferd
Für rund 5.000 Menschen endete der Reitausflug im Jahr 2008 mit einer so schweren Verletzung, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Etwa zwei Drittel der Verletzungen (68%) passierten infolge eines Sturzes vom Pferd, mehr als ein Viertel (28%) bei Zusammenstößen mit z. B. Ästen, Zäunen oder dem Tier, z. B. weil dieses ausgeschlagen hat. Vor allem Mädchen und Frauen sind Reitfans - das zeigt sich auch in der Statistik: Acht von zehn Verletzten waren Frauen. 

reiten_pferd_reitgruppe"Aufgrund der Fallhöhe bei Stürzen kam es mit 62 Prozent aller Verletzungen am häufigsten zu Knochenbrüchen, zwölf Prozent der verletzten Reiter erlitten eine Gehirnerschütterung - das ist ein doppelt so hoher Anteil wie beim Schifahren oder Snowboarden", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Kopfverletzungen besonders häufig

Reiten ist nach dem Schwimmsport jene Sportart mit dem größten Anteil an Kopfverletzungen: Rund ein Viertel aller Blessuren betraf den Kopf. Bei jenen Reitern, die keinen Helm trugen, erlitt jeder Dritte eine Kopfverletzung; bei den Reitern mit Helm war es jeder Fünfte.
"Der Reithelm kann nicht alle Kopfverletzungen verhindern. Er ist aber unbedingt empfehlenswert, denn er verringert das Risiko schwerer Schädel-/Hirnverletzungen deutlich", erklärt Dunzendorfer. 

Dennoch: Mehr als ein Drittel der verletzten Reiter war beim Unfall ohne Helm unterwegs. "Die Helmtragebereitschaft im Reitsport muss weiter zunehmen. Bei einer Schulterhöhe der Pferde von bis zu 160 cm kann die Fallhöhe für den Reiter lebensgefährlich werden", warnt Dunzendorfer. Wichtig ist, dass der Helm der ÖNORM EN 1384 entspricht und einen Drei- bzw. Vierpunkt-Riemen hat. Beim Reiten im Gelände und beim Springen sollte eine Schutzweste getragen werden, die zum Schutz des Oberkörpers dient. Die Schutzweste muss der ÖNORM EN 13158 entsprechen.

Nur mit ausreichender Ausbildung ins freie Gelände

Die häufigsten Unfallursachen sind der Kontrollverlust über das Pferd und hohe Geschwindigkeiten, wenn das Pferd durchgeht. Die Unkenntnis des Verhaltens von Pferden und fehlende Übung beim Reiten führen ebenfalls zu Unfällen. "Anfänger sollten mindestens 20 bis 30 Longestunden absolviert haben, um die notwendige Sicherheit in allen drei Gangarten zu erlangen. Die Ausbildung sollte nur mit einem Reitlehrer erfolgen", betont Dunzendorfer. Bevor man sich in freies Gelände wagt, absolviert man am besten den Reiterpass des Bundesdachverbands für Reiten und Fahren in Österreich (FENA) - er bescheinigt, dass der Reiter in der Lage ist, mit dem Pferd richtig umzugehen. Vielfach gilt der Reiterpass als Nachweis für das Ausleihen von Pferden.

Vorsicht beim Reiten im Straßenverkehr

Das Reiten im Straßenverkehr ist laut StVO erlaubt, sofern es keinen Reitweg gibt. Anfänger dürfen allerdings nicht auf öffentlichen Straßen reiten, Kinder unter 16 Jahren nur in Begleitung Erwachsener. "Reitet man auf der Fahrbahn, muss man sich stets rechts halten und sich an die StVO halten. Wichtig ist auch, dass man gut abwägt, ob das Pferd für den Straßenverkehr geeignet ist. Pferde, die bei lauten Geräuschen oder sich näherenden Fahrzeugen, scheuen, sollten nicht in diese Situation gebracht werden. Generell sollte Reiten im Straßenverkehr wenn möglich vermieden werden", schließt Dunzendorfer.
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