30.07.2010
Bücher


25.01.2010
Love Food
 
Der in Spanien und Guatemala lebende, aus Zürich stammende Autor Martin Suter ist mit seinen Büchern immer für einen internationalen Erfolg gut! So wird es auch mit „Der Koch“ (Februar 2010, Diogenes) sein, in dem Suter die weltweite Finanzkrise, den Bürgerkrieg auf Sri Lanka und Überraschungen aus der Molekularküche in seiner unnachahmlichen Art miteinander verwebt und thematisiert. 

Martin Suter.JPGDer Asylant Maravan ist eigentlich ein tamilischer Meisterkoch, werkt aber in Zürich, wohin er aus Sri Lanka geflohen ist, als Küchenhilfe im Sternelokal Huwyler mit illustrer Kundschaft, die ob der Wirtschaftsflaute immer mehr ausbleibt, was den Chef ziemlich misslaunig macht. Eines Tages, Maravan wird gemobbt und muss das Lokal verlassen, bekocht er seine Kollegin Andrea, die ihm im Lokal beistand und auch gehen musste, und verbringt mit ihr nach dem erregenden Genuss seiner Speisen eine heiße Liebesnacht, obwohl sie doch eine Lesbe ist. 

Da kommt den beiden die geniale Idee, mit ihren aphrodisierenden Menus die Catering-Agentur Love-Food aufzubauen, um die Liebesküche an den Mann und an die Frau zu bringen. Mit der richtigen Würzmischung bezaubern sie ihre Klientel bis in die höchsten Gesellschaftsschichten. Der Erfolg ist überwältigend. Andrea bessert das Geschäft zusätzlich auf mit Kunden, die sich mit Callgirls treffen. Maravan muss aus Geldnot bei diesen für ihn schmutzigen Sachen mitmachen.

Suter lässt die Leser tief in Maravans Töpfe schauen (im Anhang findet man Quellenangaben zu den Menus), schlägt einen Bogen zu den kaum noch wahrgenommenen Unruhen in Sri Lanka und schafft Figuren, die von der Krise kalt erwischt werden. Seine Fabulierkunst lässt einen bis zum letzten Satz durchhalten, wenn auch die Handlung ein wenig schwer in Gang kommt.

Lilly Tampier
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