
03.03.2010
| Wiener Baumschutzgesetz zahnlos | |
| "Das Wiener Baumschutzgesetz ist in der Praxis zahnlos", so der Bezirksvorsteherin-Stellvertreter vom Alsergrund, Stefan Freytag. In der ehemals stadtraumprägenden Allee in der Sensengasse werden nun anstelle von vier nach Baustellenende nicht mehr standfesten Bäume neue Baume nachgepflanzt, die nur einen Stammumfang vor 20 cm aufweisen. Ein schwacher Ersatz für jene Bäume, die mit rund 2 m Stammumfang und 20 m Höhe wichtige ökologische und kleinklimatische Funktionen erfüllt hatten. "Versagt hat hier eine SPÖ, die eine derartige Baulandwidmung und Verbauung des ehemaligen Grünareals forciert hatte und die nicht wirklich etwas für einen Erhalt der Allee unternehmen wollte" ergänzt Christa Schmid, Grüne Bezirksrätin am Alsergrund und seinerzeitige Sprecherin der Agendagruppe "Erholungsraum Sensengasse". "Vor Baubeginn wurde von der Bezirksvorstehung wiederholt versichert, dass die Allee erhalten bleiben soll - ein leeres Versprechen". Nun droht am Gelände des AKH ein ähnliches Debakel: dort besteht derzeit eine Baustelle, wo genausowenig Rücksicht auf den Baumbestand genommen wird, wie in der Sensengasse: Eine mächtige Eiche und ein weiterer Großbaum stehen völlig ungeschützt inmitten der Lager- und Arbeitsflächen der Baustelle - dafür parken dort PKWs illegalerweise. "Entweder man will nicht aus begangenen Fehlern lernen, oder es ist Kalkül, dass Gesetzesüberschreitung in Sachen Baumschutz kaum Konsequenzen hat. Beides ist aus unserer Sicht unentschuldbar", so Freytag, der empfindliche Strafen bei Zuwiderhandeln gegen das Baumschutzgesetz verlangt. |
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