30.07.2010
16. Ottakring

19.03.2010
Grüne: SPÖ verunglimpft Bürgerinitiative
Grabler: "Besorgten Bürgern Fälschungen vorwerfen, ist schlechter Politikstil"
Bereits bei der Auseinandersetzung um die Zufahrt zur geplanten Hofer-Filiale in der Heigerleinstraße hat die SPÖ gezeigt, wie sie mit Initiativen aus der Bevölkerung umgeht. Jetzt wurde noch nachgelegt: Bei der Auseinandersetzung um eine geplante Tiefgarage am Johann-Nepomuk-Berger-Platz wird den Bürgern und Bürgerinnen die Fälschung von Planunterlagen vorgeworfen - ohne mit ihnen geredet zu haben.

Informiert wurden die Anrainer und Anrainerinnen nicht. Nur im SPÖ-nahen "Bezirksblatt" war angekündigt, es werde eine Tiefgarage unter dem Platz gebaut. "Wenn der Bezirksvorsteher jetzt via Kronenzeitung behauptet, die Garage sei unter der Eckmüllnergasse geplant, trägt das nur zur Verwirrung bei," sagt Martin Grabler, Klubvorsitzender der Grünen Ottakring. Tatsächlich liegen für eine Garage am Platz zwei verschiedene Entwürfe vor, die nun von Stadtrat Schicker und den zuständigen Stellen des Magistrats einer näheren Überprüfung unterzogen werden sollen. Beide Entwürfe sind fragwürdig.

- Variante 1 sieht die Garage unter der Verkehrsfläche im Ostteil des Platzes mit Einfahrt über die Ottakringer Straße vor. Dabei soll die dreigeschoßige Garage direkt an der Häuserkante ansetzen, während sie teilweise in den Park hineinragt. "Dass dabei nur drei Bäume gefällt werden müssen, ist völlig ausgeschlossen," sagt Grabler. Die Grünen Ottakring stellen die Frage, ob die Häuser während der Bauzeit dann überhaupt benutzt werden können. Zudem ist diese Variante fast doppelt so teuer wie die unter dem Park, welche mit 16.000 Euro/Stellplatz veranschlagt ist.

- Variante 2 ist die von der Bürgerinitiative befürchtete Garage unter dem Park mit Einfahrt über die Verlängerung der Eckmüllnergasse. Bei dieser müssten fast alle Bäume am Platz gefällt werden. "Auch wenn der Bezirksvorsteher nun behauptet, diese Variante sei vom Tisch: Das hängt wohl vom Ergebnis der Überprüfung ab," so Grabler.

Beiden Varianten ist gemein, dass an einen Rückbau von Stellplätzen an der Oberfläche und somit einen attraktiveren Platz gar nicht gedacht ist. Die Grünen sagen einmal mehr: Garagen lösen keine Probleme, sondern bringen nur mehr Autos in den Bezirk. Die Anrainer müssen teuer für einen Stellplatz zahlen, während Einpendler weiter gratis an der Oberfläche parken. Wirkliche Abhilfe bringe nur das Parkpickerl in den Westgürtelbezirken.

Die Bürgerinitiative Bergerplatz lädt zu ihrem Gründungstreffen am Montag, dem 22.März 2010 um 19 Uhr in die Galerie "Blumberg", 1160 Wien,. Neulerchenfelderstraße 90. Dort wird natürlich über beide Varianten informiert.

"Selbstverständlich stehen die Grünen hinter Initiativen von engagierten Bürgern. Wir laden die Anrainer und Anrainerinnen herzlich ein, hinzugehen und sich zu informieren," so Grabler abschließend.
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