07.09.2010
7. Neubau

03.06.2010
BV Blimlinger kritisiert Wiener Kanalsystem
Stadt Wien muss sich besser auf Klimawandelfolgen vorbereiten - Bodenversiegelung muss gestoppt werden
Der Bezirksvorsteher von Wien-Neubau Thomas Blimlinger (Grüne) fordert die Stadtregierung auf, die Folgen des Klimawandels ernst zu nehmen und Wien entsprechend darauf vorzubereiten. "Im vergangenen Monat ist die Lerchenfelder Straße gleich zweimal so überschwemmt worden, dass wir froh sein müssen, dass niemand verletzt wurde", warnt Blimlinger. "Der finanzielle Schaden ist für viele Menschen erheblich und diese Menschen fragen sich, was die Stadt Wien zu tun gedenkt, damit zukünftig solche Naturereignisse nicht zu diesen Problemen führen."

Angesichts der Dauerregenfälle und der damit zusammenhängenden Überflutungen in Wien Neubau im Bereich der Lerchenfelder Straße fordert Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger rasche Maßnahmen der Stadt, um solchen Ereignissen vorzubeugen. "Ich fordere die Stadtregierung auf, endlich zu Handeln und das Kanalsystem den neuen Erfordernissen anzupassen. Jetzt haben wir solche Überschwemmungen jedes Jahr", so Blimlinger. "Verschärft wird die Situation durch die zunehmende Verbauung von Grünflächen in den Außenbezirken. Der Boden wird versiegelt und kann so seine Wasserspeicherfunktion nicht mehr erfüllen. Grünflächen müssen Grünflächen bleiben", so Blimlinger.

Die Gründe für die Überflutungen in diesem Bereich des 7. Bezirks sind mannigfaltig, durch die Einleitung der Bäche in die Hauptkläranlage sind bei intensivem Regen die Kapazitäten erschöpft. Einen Hauptgrund sieht Bezirksvorsteher Blimlinger in der erhöhten Aufnahme des Kanals: "Der Ottakringerbach als Kanal ist heillos überlastet. Das ist kein Wunder, da durch Neubauten in Ottakring oder die Anschlüsse vieler Kleingärten an das Kanalnetz das Abwasseraufkommen stark gestiegen ist. Der durchschnittliche Wasserverbrauch wächst ständig. Zudem kann der Boden aufgrund verstärkter Flächenverbauung die gewaltigen Wassermengen nicht mehr aufnehmen", so Blimlinger. 

Ausrede "Naturereignis"

"Die Verantwortlichen sprechen immer von einem Naturereignis - allerdings findet das mittlerweile bis zu zweimal pro Jahr statt" so Blimlinger und weiter: "Die Statistiken zeigen, dass langfristig die Niederschlagsmengen im Jahresschnitt zwar abnehmen - schwer vorstellbar angesichts des derzeitigen Wetters - dass sich aber die Verteilung ändert: Im selben Zeitraum gibt es also mehr Wasser. Bezirksvorsteher Blimlinger: "Dadurch kommt es zu Ereignissen wie zuletzt in Neubau, wo das Kanalsystem die Wassermengen nicht mehr aufnehmen kann.

Bezirksvorsteher Blimlinger fordert daher ein Gipfelgespräch der in der Sache Zuständigen und Betroffenen: "Die Bevölkerung damit abzuspeisen, dass die Kosten für neue Kanäle zu hoch sind und das man nichts machen kann, geht einfach nicht. Vielmehr ist es notwendig innovative und zukunftsweisende Ideen zu entwickeln und rasch zu diskutieren: Das geht vom Anlegen intensiv begrünter Dachgärten, wo viel Wasser aufgenommen werden kann bis zu einem absoluten Stopp der Grünflächenverbauung im Einzugsbereich des Kanals" so Blimlinger abschließend.
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