10.09.2010
Chronik


30.07.2010
ÖBB und Wiener Linien verstoßen gegen geltendes Recht
Häupl und Bures, beide SPÖ, müssen ihren Managern endlich Beine machen!
"Stellen Sie sich vor es gibt ein Gesetz, aber ausgerechnet jene Unternehmen, die in öffentlichem Eigentum stehen, halten sich nicht daran! Bei Wiener Linien und ÖBB geschieht genau das seit mittlerweile zwei Jahren täglich - bei den Senioren-Ermäßigungen. Wenn also das hoch bezahlte Management seit zwei Jahren kein Ohrwaschl rührt, müssen nun SP Bürgermeister Häupl und SP Bundesministerin Bures endlich aktiv werden", fordert Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, heute, Freitag.

Zu den Hintergründen: Am 1. August 2008 (!) wurde eine EU-Verordnung in österreichisches Recht übernommen, wonach Frauen und Männer beim Zugang zu Dienstleistungen gleich behandelt werden müssen.

"Wenn also Frauen die Senioren-Ermäßigung ab 60 erhalten, Männer jedoch erst ab 65 so ist dies eine gesetzwidrige Diskriminierung aufgrund des Geschlechts! Das hat auch die Gleichbehandlungskommission schon im Jänner 2009 festgestellt und im Falle der Wiener Linien die Volksanwaltschaft in ihrem aktuellen Bericht bestätigt. Doch die Verantwortlichen liegen auch exakt zwei Jahre nach in Kraft treten des Gesetzes noch immer im Tiefschlaf", erklärt Korosec weiter, die als Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbund dazu bereits Klage gegen die Wiener Linien eingereicht hat.

Bei den ÖBB können Frauen ab 60 und Männer ab 65 die VorteilsCard Senior um 26,90 Euro erwerben, die zu diversen Ermäßigungen berechtigt. Damit zahlen sie 72,10 Euro weniger als man für die VorteilsCard Classic zahlen würde.

"Diese Differenz von 72,10 Euro pro VorteilsCard Senior wird den ÖBB vom Infrastruktur-Ministerium rückerstattet! Was grundsätzlich eine sehr gute Unterstützung für die Seniorinnen und Senioren wäre, ist allerdings eine äußerst fragwürdige Sache, solange die Bestimmungen zum Erhalt der Senioren-Ermäßigung gegen geltendes Recht verstoßen", so Korosec weiter.

Abschließend hält Korosec die Forderungen des Seniorenbundes fest: "Eigentümervertreter Häupl und Bures müssen in ihrem Aufgabenbereich jetzt endlich aktiv werden. Eine Senioren-Ermäßigung muss fortan jede/r erhalten, der eine Pension bezieht oder ein bestimmtes (für Männer und Frauen gleiches) Alter erreicht hat. Und langfristig müssen überhaupt alle Öffis für Menschen über 70 gratis sein!"
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