28.08.2014
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09.12.2011
Mariahilfer Straße: Kein Platz für Experimente
VP: Stadt Wien kann sich keine teuren Planspiele zur Befriedigung grüner Geltungssucht leisten
"Seit über einem Jahr versucht Stadträtin Vassilakou eine Umgestaltung der Mariahilfer Straße voranzutreiben. Das einzige was sie bis dato vollbracht hat, ist Unruhe zu stiften" , so VP-Klubobmann Fritz Aichinger und Stadtrat Manfred Juraczka heute, Freitag, unisono.

Die Mariahilfer Straße, die Wiens beliebteste Shoppingmeile darstellt, ist eine wenig befahrene Straße. Dafür ist die Fußgängerfrequenz so hoch wie kaum wo, was an der guten öffentlichen Anbindung sowie am vorhandenen Raum liegt. Auch Verkehrszählungen belegen den hohen Anteil an Öffi-Nutzern und Fußgängern.

Im März 2011 gab Vassilakou eine 56.000 Euro teure Studie in Auftrag, auf deren Grundlage Umgestaltungen geschehen sollten. Die Studie, die jedoch die Variante "Beibehaltung des Ist-Zustandes" nicht untersuchte, favorisiert Einbahnlösungen, während die Variante Fußgängerzone auf dem letzten Platz landet. "Interessanterweise will die Planungsstadträtin die Ergebnisse dieser Studie bislang nicht zur Kenntnis nehmen. Vassilakou ließ in diesem Zusammenhang verlautbaren, dass eine `Einbahnlösung undenkbar sei`, denn damit wäre die `Vorgabe Mariahilfer Straße autofrei` nicht erfüllt", so Stadtrat Juraczka.

Vassilakou hat eine weitere Studie in Auftrag gegeben, die "die Probleme, die sich bei den jeweiligen Varianten ergeben haben, untersuchen" soll. "Offensichtlich ist die Meinung eigens beauftragter Experten nicht zu berücksichtigen, wenn sie der vorgefassten Meinung der Planungsstadträtin zuwider läuft. So verkommt die Durchführung von Studien zur Farce", so Juraczka weiter.

"Neben der teuren Variantenuntersuchung würde eine Umgestaltung im Sinne Vassilakous das Stadtbudget wohl mit einem zweistelligen Millionenbetrag belasten. Die Stadt Wien sitzt auf einem gigantischen Schuldenberg, der sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt hat. Auch deshalb stellt sich die Frage, ob man mit Gewalt teure Änderungen auf einer funktionierenden Shoppingmeile durchführen muss", so Klubobmann Aichinger.

Eine Lieferverkehrs-Studie der Wirtschaftskammer Wien hat zudem ergeben, dass 55 Prozent der Lieferungen erst nach 10.30 Uhr erfolgen, womit eine in Fußgängerzonen übliche zeitliche Einschränkung der Lieferungen auf 6-10.30 Uhr problematisch wäre. "Auch auf die Interessen der Wirtschaft ist hier Bedacht zu nehmen", so Aichinger weiter.

Einer Umfrage der Tageszeitung "Kurier" zufolge, an der knapp 2000 Leser teilgenommen haben, sieht jeder Zweite einen Umbau der Mariahilfer Straße skeptisch. Demnach können sich 20,6% eine Fußgängerzone vorstellen, 9,8% wollen Shared Space, 24,5% sind für eine Mischform aus Fußgängerzone mit Shared-Space-Querungen. Jedoch: 45,1% wollen gar keine Veränderung.

"Eine Umwandlung der Mariahilfer Straße im Sinne der von Vassilakou präferierten Möglichkeiten ist nicht sinnvoll und wird von der ÖVP Wien abgelehnt. Die hoch verschuldete Stadt Wien kann sich keine teuren Planspiele zur Befriedigung grüner Geltungssucht leisten. Statt Geld in die Umgestaltung einer funktionierenden Einkaufsstraße zu investieren, sollte man es lieber verwenden, um nicht funktionierende Einkaufsstraßen zu attraktivieren", so Aichinger und Juraczka unisono. Juraczka erinnert in diesem Zusammenhang zum Beispiel an die Hernalser Hauptstraße.
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Alfred Hoch. ÖVP Wien - 09.12.2011 - 20:39:40

Dass sich der grüne Verkehrssprecher überhaupt das Wort Bürgerbeteiligung in den Mund nehmen traut, ist eine Chuzpe für sich. Auf der Mariahilfer Straße gibt es keine Bürgerbeteiligung sondern maximal einen Bürgerpflanz. Vizebürgermeisterin Vassilakou hat mehrfach klargestellt, dass sie bei Verkehrsprojekten auf die Befragung der Bürger/innen keine Wert legt, auch die Ergebnisse der Experten wurden ja von ihr ignoriert. Aber in der langen Liste der Umfaller der Grünen nach Regierungseintritt - Wahlrecht, Valorisierungsgesetz, Gebührenlawine - überrascht auch das leider wenig.
Alfred Hoch,
Landesgeschäftsgeschäftsführer der ÖVP Wien
LAbg. Toni Mahdalik, FPÖ - 09.12.2011 - 20:34:47
Die FPÖ wird einer etwaigen Umgestaltung der Mariahilfer Straße nur dann positiv gegenüberstehen, wenn eine für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen befriedigende Gesamtlösung unter Einbeziehung der umliegenden Bereiche und natürlich der Kaufleute der Mariahilfer Straße gefunden wird. Diese muss einer verpflichtenden und verbindlichen Bürgerbefragung unterzogen werden. Grüne Gspassettln wie eine Fußgängerzone auf der Mahü, die Unterbrechung der Gumpendorfer Straße oder 30er-Zonen in Burg- und Stiftgasse als Nebengeräusche und zusätzliche Autofahrerschikanen wird es mit Zustimmung der FPÖ jedoch nicht spielen.

LAbg. Toni Mahdalik
FPÖ-Verkehrssprecher
Rüdiger Maresch - 09.12.2011 - 20:30:53
Die Mariahilfer Straße als wichtigste Einkaufstraße, darf nicht zu einer Verkehrshölle verkommen. Aufgrund der regen BürgerInnenbeteiligung sei klar dass sich drei Schwerpunkte herauskristallisieren: FussgängerInnen, Lieferverkehr, und RadfahrerInnen. Für die Querungen der Einkaufsmeile wird vernünftige Lösungen geben müssen.

Der 6. und der 7. als die beiden Anrainerinnenbezirke brauchen eine integrierte Verkehrslösung, die eine Verkehrsvermeidung und -beruhigung beinhaltet, denn damit muss gewährleistet sein, dass der Autoverkehr die beiden Bezirke nicht überschwemmt. Den BewohnerInnen, den FussgängerInnen, den RadfahrerInnen und dem Lieferverkehr muss das Hauptaugenmerk gelten.

Dass die ÖVP Wien grundsätzlich gegen große Veränderungen ist, egal wo, überrascht wenig, wenn man sich den Zustand dieser Partei ansieht.

Rüdiger Maresch,
Verkehrssprecher der Grünen Wien