20.05.2013
Wirtschaftsnews


24.04.2012
AK: Gaspreis nach wie vor viel zu hoch!
Preissenkungen an Konsumenten weitergeben

Gas ist weiterhin zu teuer! Das zeigt das aktuelle AK Energie-Preismonitoring (ohne Steuern und Netzkosten) bei 14 Strom- und zwölf Gaslieferanten vom April. Der Gas-Großhandelspreis ist seit Jänner zwar gestiegen - die Preiserhöhungen für die Gas-Haushalte fallen aber weit höher aus. "Steigende Großhandelspreise werden sofort oder viel zu hoch weiterverrechnet, sinkende gar nicht oder unzureichend. Das ist unfair", sagt AK Energie-Experte Dominik Pezenka. "Im Jänner haben einige europäische Gas-Großabnehmer von ihrem Lieferanten, der Gazprom, einen kräftigen Rabatt erhalten. Österreichische Anbieter, die davon profitiert haben, müssen die Preisvorteile an die Konsumenten weitergeben, sagt Pezenka.

Die russische Gazprom hat ihren europäischen Großabnehmern - auch ihren österreichischen - bereits Anfang Jänner 2012 einen einmaligen, kräftigen Rabatt gewährt - laut Medienberichten in der Höhe von rund 20 Prozent. Bis jetzt haben erst zwei Unternehmen, nämlich Wien Energie und EVN, den so genannten "Gazprom-Rabatt" als Bonuszahlungen in Form einer einmaligen Gutschrift an ihre Haushaltskunden weitergebeben (17,60 Euro bzw. 45,60 Euro). "Auch alle anderen Anbieter, die einen Rabatt erhalten haben, sollen ihn sofort an ihre Konsumenten weitergeben. Wie hoch der Rabatt ist, sollen die Anbieter offenlegen - da die Preispolitik intransparent und für die Konsumenten nicht mehr nachvollziehbar ist." Abhängig vom Gas-Arbeitspreis sollte die Vergünstigung für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden rund 30 Euro ausmachen", rechnet Pezenka vor.

Das AK Energie-Preismonitoring zeigt: Nachdem die Konsumenten bereits im letzten Jahr mit massiven Gaspreiserhöhungen konfrontiert wurden, dreht sich die Preisspirale auch im ersten Quartal weiter nach oben: Am stärksten wurden die reinen Gasarbeitspreise im Jänner bei der Kelag und der Energie Klagenfurt erhöht (18,3 bzw. 12,6 Prozent) gefolgt von der TIGAS (7,06 Prozent). Im Februar hob die Salzburg AG ihre reinen Gasarbeitspreise zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres an - um 7,1 Prozent.

Der Gas-Großhandelspreis ist in diesem Zeitraum zwar gestiegen - um 8,3 Prozent. "Die Preiserhöhungen wurden sofort und zum Teil überproportional überwälzt. Aber Preissenkungen werden gar nicht oder nur zögerlich weitergegeben", kritisiert Pezenka "Damit haben innerhalb eines Jahres alle untersuchten Gas-Anbieter, bis auf den neuen Anbieter Goldgas, ihre reinen Gasarbeitspreise erhöht." Auf einen durchschnittlichen Gas-Haushalt (15.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch) kommen pro Jahr Mehrkosten von bis zu 124 Euro zu. "Die Preispolitik geht massiv zulasten der Haushalte: Von den günstigen Einkaufspreisen an den Spotmärkten lukrieren die Industriekunden, die hohen, Ölpreis-gebundenen Gaspreise in den Langzeit-Verträgen werden auf die Konsumenten überwälzt", kritisiert Pezenka. 

Den günstigsten Strom- oder Gasanbieter finden Sie mit dem Energiepreis-Rechner unter www.arbeiterkammer.at  

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