26.05.2013
Chronik


28.06.2012
Der nächste SP-Sündenfall - diesmal am AMS Wien
Übergehen der bestgereihten Kandidatin nicht nachvollziehbar - Wiener AMS braucht gerade jetzt erfahrenen Geschäftsführer

Auf komplettes Unverständnis stößt bei Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, die Art und Weise der Ernennung der neuen AMS-Wien-Chefin: "Hier wird Personalpolitik mit Parteipolitik verwechselt. Es ist schade, dass solch wichtige Entscheidungen offenbar nicht nach objektiven Kriterien, sondern aus parteipolitischem Kalkül fallen." Trotz Reihung der Bewerber durch einen unabhängigen Personalberater und vorausgegangenem, eindeutigem Assessment überging heute Sozialminister Rudolf Hundstorfer die bestqualifizierte Ingeborg Friehs und besetzte stattdessen den Geschäftsführerposten am AMS-Wien mit der drittgereihten Petra Draxl, einer Mitarbeiterin seines Ministeriums.

Für Jank ist Hundstorfers Entscheidung ein Kniefall vor der Stadt Wien, die mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) eine eine völlig unnütze Parallelstruktur zum AMS aufgebaut hat und einem starken, unabhängigen AMS, wie Friehs es forciert, ablehnend gegenübersteht.

Jank: "Minister Hundstorfer setzt mit seiner Entscheidung die Zukunft des Wiener Arbeitsmarkts leichtfertig aufs Spiel, anstatt die Bedürfnisse und Anliegen der Arbeitssuchenden, der Arbeitnehmer und der Wirtschaft in den Vordergrund zu stellen und den besten Kandidaten zu unterstützen." Die Wiener Arbeitsmarktzahlen seien derzeit alles andere als rosig. Gerade jetzt brauche es einen erfahrenen Experten, der sich mit den Besonderheiten des Wiener Arbeitsmarkts bestens auskennt - wie die langjährige stellvertretende Chefin des Wiener AMS, Ingeborg Friehs.

Kritik übt Jank auch an AK und ÖGB. Denn die Blockade der bestgereihten Bewerberin ist ein klarer Bruch des bisherigen sozialpartnerschaftlichen Weges von Wirtschaftskammer, AK und ÖGB, wonach der bestqualifizierte Kandidat unterstützt werden soll. 

SPÖ geht auf Konfrontationskurs 

Besonders pikant: Anfangs haben Teile der Arbeitnehmerseite sogar für Friehs als neue AMS-Geschäftsführerin gestimmt, danach aber einen Konsens blockiert. Durch diese Blockadepolitik fiel die Entscheidung schließlich Hundstorfer zu, der sich ohne Absprache mit den Sozialpartnern über alle Reihungen und Empfehlungen hinwegsetzte. "Ich nehme bedauernd zur Kenntnis, dass AK und ÖGB den sozialpartnerschaftlichen Kurs verlassen haben und ihre bisherige Handschlagqualität außer Kraft setzen. Erst ihre Blockadepolitik hat es ermöglicht, dass Minister Hundstorfer seine eigene Kandidatin durchbringen konnte", sagt Jank.

"Das AMS Wien ist für die Wiener Wirtschaft und die Arbeitnehmer dieser Stadt viel zu wichtig, als dass es für Parteipolitik missbraucht werden darf. Ich hoffe daher, dass Minister Hundstorfer seine Entscheidung nochmals überdenkt und die Bedeutung des Wiener Arbeitsmarkts höher bewertet als die Zurufe aus seiner Partei. Denn eines ist klar: Das AMS ist keine Spielwiese des Wiener Rathauses", so Jank.

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Sigisbert Dolinschek - 09.07.2012 - 13:51:36

Wenn SPÖ-Sozialminister Hundstorfer anscheinend selbst die objektiv bestqualifizierte und interimistische Leiterin des AMS entfernen lässt und sie durch eine SPÖ-Mitarbeiterin in seinem Kabinett ersetzt, dann ist das parteipolitische Willkür in Reinkultur. Der rote Postenschacher feiert völlig ungeniert fröhliche Urständ.

Mit dieser Postenbesetzung führe sich jegliches Bestellungsverfahren ad absurdum. Offensichtlich haben im Einflussbereich Hundstorfers nur rote Parteigünstlinge Chancen auf Führungspositionen - und das unabhängig ihrer Qualifikation. Anscheinend geht es dem SPÖ-Sozialminister nur darum, seine Parteifreunde in Top-Jobs zu hieven. Auf der Strecke bleiben viele engagierte und qualifizierte Arbeitnehmer. Schämen Sie sich, Herr Hundstorfer!

Abg. Sigisbert Dolinschek,
BZÖ-Sozialsprecher
W. - 28.06.2012 - 17:53:22
Postenschacherei richtig, aber wenn die ÖVP am Ruder ist, würde sie es genau so machen. Die ganzen Politiker, die derzeit am Ruder sind, egal welche Partei, sind unfähig und bringen nichts zu wege. Die ÖVP soll vor ihrer Tür kehren ..... die ganze politische Landschaft ist zum vergessen - unter jedem Niveau ... alle nicht mehr wählbar
Insider - 28.06.2012 - 15:47:30

Ein abgekartetes Spiel! Häupls politische Schlauheit und seine Brutalität lassen grüßen!
Manfred Juraczka - 28.06.2012 - 15:45:56
Die ganze Sache riecht schon verdächtig nach Postenschacher und Erfüllung der Interessen der SPÖ-Wien! Immerhin hat sowohl beim Kandidaten-Hearing als auch beim anschließenden Assessment-Center des Personalberaters VIP eine andere Bewerberin, nämlich Inge Friehs, am besten abgeschnitten, während Draxl von den Personalberatern an letzter Stelle gereiht worden ist.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sozialminister Rudolf Hundstorfer mit dieser Personalentscheidung vor allem den Wünschen seiner Parteifreundin Renate Brauner entsprochen hat. Und das hinterlässt zumindest eine unschöne Optik",

Stadtrat Manfred Juraczka
Obmann ÖVP Wien