25.05.2013
Chronik


08.08.2012
Reform? Demokratur für Fortgeschrittene!

"Offensichtlich hat sich die rot-grüne Stadtregierung im Sommer ausreichend erholt, so dass nun - mit fast zwei Jahren Verspätung - langsam Bewegung in die Wahlrechtsreform kommt", betont der Landesparteiobmann der ÖVP Wien, StR. Manfred Juraczka, in Reaktion auf die heutige Ankündigung von SP-Klubobmann Schicker, die längst überfällige Wahlrechtsreform bis Jahresende unter Dach und Fach bringen zu wollen.

Bezeichnenderweise kamen die ersten Vorschläge zu dieser Materie allerdings nicht etwa von den Grünen, die bei diesem Thema - 826 Tage nach Unterzeichnung des Notariatsaktes - weiterhin gerne auf Tauchstation bleiben, sondern von den bis zur letzten Wahl absolutistisch regierenden Sozialdemokraten. Jener Partei also, die derzeit mit der Wiener Stadtverfassung Katz und Maus spielt, nur um eine von 150.000 Wienerinnen und Wienern geforderte Volksbefragung nicht zeitgerecht durchführen zu müssen. Aber die Hoffnung auf mehr Demokratie für die Menschen dieser Stadt stirbt bekanntlich zuletzt.

Demokratur in Wien bleibt erhalten: Stimme ist nicht gleich Stimme 

Ohne den Verhandlungen vorgreifen zu wollen, bezeichnet Juraczka daher manche Aspekte der von Schicker genannten geplanten Änderungen als "durchaus begrüßenswert", etwa eine Stärkung des Persönlichkeitswahlrechts, wie von der ÖVP mehrmals gefordert, und eine Reform der Briefwahl. Eine andere Forderung der ÖVP Wien scheint, geht man nach den Aussagen Schickers, keinen Einzug in die Wahlrechtsreform zu finden: Die SPÖ wird eine Änderung beim Verhältniswahlrecht auch künftig zu verhindern wissen. Derzeit ist es möglich, mit 43 Prozent der Stimmen eine Alleinregierung zu bilden. Davon will Schicker - „Da muss ich ehrlich bleiben“ - auch nicht abrücken.

Damit wird es Rot/Grün weiterhin möglich sein, mit 43 Prozent Stimmenanteil eine absolute Mandatsmehrheit zu erhalten - 57 Prozent sind und bleiben in Wien eine "Minderheit". 

"Nach wie vor wird also in Wien nicht jede Stimme gleich viel wert sein", bedauert der VP-Landesparteiobmann, "und die Grünen schweigen lautstark!"

 

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Mag. Dietbert Kowarik - 09.08.2012 - 13:27:16

Die von SPÖ-Klubobmann DI Schicker vorgestellten Änderungen beim Wahlrecht lassen durchblicken, dass sich das grüne Koalitionsanhängsel auf ganzer Linie von der SPÖ hat kaufen lassen.

Das wesentlichste Thema, nämlich die Einführung eines fairen Verhältniswahlrechtes, werde offensichtlich weiterhin nicht angegangen. In diesem Zusammenhang rufe ich die Vereinbarung von FPÖ, ÖVP und Grünen vor der Wahl und meine entsprechenden Initiativanträge in Erinnerung.

Dafür macht sich die Stadtregierung Sorgen um klare Entscheidungsstrukturen und fünf Prozent-Hürden in den Bezirken - vollkommen lächerlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es zur Zeit in ganz Wien sechs Bezirksräte von insgesamt 1.112 gibt - das sind 0,54 Prozent, die mit einer fünf Prozent-Hürde nicht gewählt worden wären.

Außerdem ist es den Grünen offensichtlich auch ein Anliegen, Oppositionsrechte zu beschneiden und die nicht amtsführenden Stadträte und zweiten Bezirksvorsteher-Stellvertreter ersatzlos zu streichen. Dass die SPÖ das fordert, überrascht nicht wirklich, dass sich die Grünen für die Beschneidung wesentlicher Rechte der Opposition hergeben, ist bezeichnend. Für den Fall der Streichung des zweiten Bezirksvorstehers schlage ich daher vor, den verbliebenen Stellvertreter grundsätzlich der zweitstärksten Partei zuzuerkennen.


Mag. Dietbert Kowarik,
Verfassungssprecher der Wiener FPÖ

Michael Tscharnutter - 08.08.2012 - 13:34:31

In Wien droht ein rotes Diktaturpaket. Nach dem Volksbefragungsflop zur Parkpickerl-Ausweitung sind Häupl und seine Wiener SPÖ offenbar auf die Idee gekommen, dass die Wähler auch bei regulären Wahlen nichts mehr verändern können sollen. Diese Allmachtsansprüche Häupls sind der Beweis dafür, dass im roten Wien mehr denn je die Macht eine Kontrolle braucht!

Es stelle sich die Frage, wo der lautstarke Protest der selbst ernannten grünen Demokratieverweigerer bleibe. Wenn die Grünen als Regierungspartner gegen diese diktatorischen roten Pläne kein Veto einlegen, dann ist das deren endgültige Selbstaufgabe!

Michael Tscharnutter,
BZÖ-Obmann