Belvedere Wien erleben – Museum, Öffnungszeiten, Schloss

Das Belvedere Wien zählt zu den schönsten Barockschlössern Europas. Die prachtvolle Anlage im dritten Wiener Gemeindebezirk beeindruckt Besucher aus aller Welt. Das Schloss Belvedere besteht aus zwei Hauptgebäuden und einer weitläufigen Gartenanlage.

Heute beherbergt das Prinz Eugen Schloss die Österreichische Galerie mit Kunstwerken aus sieben Jahrhunderten. Die Sammlung zeigt Meisterwerke von Gustav Klimt bis Egon Schiele. Ein Besuch verbindet Kunstgenuss mit barocker Architektur.

Geschichte der ehemaligen Sommerresidenz

Prinz Eugen von Savoyen ließ das Belvedere Wien zwischen 1712 und 1723 errichten. Der erfolgreiche Feldherr wählte Johann Lucas von Hildebrandt als Architekten. Ab 1697 erwarb der Prinz die Grundstücke südlich der Stadt.

Nach dem Tod des Prinzen 1736 ging das Schloss Belvedere in kaiserlichen Besitz über. Kaiser Joseph II. öffnete die Anlage 1780 für die Öffentlichkeit. Seit 1955 hat die Österreichische Galerie hier ihren Sitz.

Architektonische Besonderheiten des Barockschlosses

Der Name Belvedere stammt aus dem Italienischen und bedeutet „schöne Aussicht“. Die Wiener sprechen das Wort traditionell ohne das letzte „e“ aus. Dieser französische Einfluss prägte die österreichische Aussprache.

Das Prinz Eugen Schloss gliedert sich in Oberes und Unteres Belvedere. Beide Gebäude verbindet ein barocker Garten mit Brunnen und Skulpturen. Die Fassaden zeigen reichen Stuck und aufwendige Steinmetzarbeiten.

Die Bedeutung als UNESCO-Weltkulturerbe

Die UNESCO erklärte das Belvedere Wien 2001 zum Weltkulturerbe. Die Auszeichnung würdigt die einzigartige Barockarchitektur. Das Ensemble aus Schlössern und Gärten gilt als Gesamtkunstwerk.

Das Schloss Belvedere prägt das Wiener Stadtbild seit drei Jahrhunderten. Es verbindet italienischen Barock mit österreichischer Bautradition. Die Anlage dokumentiert die Blütezeit der Habsburgermonarchie.

Prinz Eugen und sein Vermächtnis

Das prachtvolle Prinz Eugen Schloss verdankt seine Existenz einem der bedeutendsten Feldherren und Kunstmäzene des Barock. Prinz Eugen von Savoyen prägte nicht nur die militärische Geschichte Österreichs, sondern hinterließ mit dem Belvedere ein architektonisches Juwel, das bis heute Besucher aus aller Welt begeistert.

Der Bauherr und seine Vision

Prinz Eugen begann seine baulichen Ambitionen 1697 mit einem Stadtpalais in der Himmelpfortgasse. Seine wahre Vision verwirklichte er ab 1714, als er Johann Lucas von Hildebrandt mit dem Bau eines Gartenpalais außerhalb der damaligen Stadtmauern beauftragte. Das Barockschloss Wien sollte nicht nur als Sommerresidenz dienen, sondern auch seine umfangreiche Kunstsammlung beherbergen.

Der kunstsinnige Prinz schuf mit dem Belvedere einen Ort, der seine militärischen Erfolge und seinen erlesenen Geschmack widerspiegelte. Jedes Detail des Schlosses zeugte von seinem Streben nach Perfektion und seiner Leidenschaft für die schönen Künste.

Von der privaten Residenz zum öffentlichen Museum

Nach Prinz Eugens Tod 1736 erlebte das Prinz Eugen Schloss eine bemerkenswerte Transformation. Seine Erbin Anna Viktoria von Savoyen verkaufte das Anwesen 1752 an Kaiserin Maria Theresia. Unter Joseph II. fand zwischen 1775 und 1777 die kaiserliche Gemäldegalerie im Oberen Belvedere ihr neues Zuhause.

Der Wandel zum Museum setzte sich im 20. Jahrhundert fort. Ab 1903 diente das Barockschloss Wien als Moderne Galerie, bevor es 1912 zur Österreichischen Staatsgalerie wurde. Diese Entwicklung machte Prinz Eugens Vermächtnis für die Öffentlichkeit zugänglich und sicherte den Fortbestand dieses kulturellen Schatzes.

Oberes Belvedere – Prunk und Pracht erleben

Das Oberes Belvedere zählt zu den schönsten Barockbauten Österreichs. Zwischen 1717 und 1723 errichtet, sollte es ursprünglich nur ein kleiner Gartenabschluss werden. Stattdessen entstand ein prächtiges Schloss, das heute die Österreichische Galerie beherbergt.

Der beeindruckende Marmorsaal

Das Herzstück im Oberes Belvedere ist der prachtvolle Marmorsaal. Carlo Innocenzo Carlone schuf die atemberaubenden Deckengemälde. Marcantonio Chiarini ergänzte die Scheinarchitektur, die den Raum optisch vergrößert. Der Saal diente einst als Festsaal für glanzvolle Empfänge.

Die majestätische Prunkstiege

Die Prunkstiege verbindet die Geschosse des Belvedere Wien auf eindrucksvolle Weise. Aus Zogelsdorfer Stein gefertigt, zeigt sie kunstvolles Laub- und Bandelwerk. Die Stufen bestehen aus Kaiserstein mit charakteristischen blauen Einschlüssen.

Sala terrena und ihre Atlanten

Die Sala terrena war ursprünglich als offener Raum konzipiert. Vier kräftige Atlanten aus Zogelsdorfer Stein stützen die schwere Last der oberen Stockwerke. Diese kraftvollen Figuren sind ein beliebtes Fotomotiv für Besucher der Österreichischen Galerie.

Bauelement Material Besonderheit
Prunkstiege Zogelsdorfer Stein Laub- und Bandelwerk
Treppenstufen Kaiserstein Blaue Einschlüsse
Atlanten Zogelsdorfer Stein Vier tragende Figuren

Unteres Belvedere – Orangerie und Wohnkultur

Das Unteres Belvedere entstand zwischen 1712 und 1717 durch den Umbau eines früheren Lustgebäudes aus den Jahren 1694 bis 1697. Prinz Eugen von Savoyen nutzte dieses prächtige Gebäude als seine Sommerresidenz. Im Gegensatz zu typischen Wohnschlössern seiner Zeit verfügte das Unteres Belvedere nur über wenige private Räume. Der Fokus lag vielmehr auf repräsentativen Bereichen wie der Orangerie und dem Prunkstall.

Das Herzstück des Unteren Belvedere bildet der prachtvolle Marmorsaal. Ein beeindruckendes Deckengemälde von Martino Altomonte zeigt Prinz Eugen als Apollo und unterstreicht seine Bedeutung als Kunstmäzen. An den Marmorsaal grenzen das Paradeschlafzimmer und das Tafelzimmer an. Die Räume schmücken kunstvolle Groteskmalereien von Jonas Drentwett. Diese fantastischen Wanddekorationen sind typisch für die barocke Innenausstattung und machen das Kunstmuseum Wien heute zu einem besonderen Erlebnis.

Raumbezeichnung Künstlerische Gestaltung Besondere Merkmale
Marmorsaal Deckengemälde von Martino Altomonte Prinz Eugen als Apollo dargestellt
Paradeschlafzimmer Groteskmalereien von Jonas Drentwett Angrenzend an Marmorsaal
Tafelzimmer Barocke Wanddekorationen Repräsentativer Speiseraum
Orangerie Steinmetzarbeiten aus Kaisersteinbruch Überwinterung exotischer Pflanzen

Die hochwertigen Steinmetzarbeiten stammen von Johann Georg Haresleben und Elias Hügel. Sie verwendeten Material aus dem berühmten Kaisersteinbruch. Diese meisterhaften Arbeiten prägen bis heute das Erscheinungsbild des Unteren Belvedere und zeigen die außergewöhnliche Handwerkskunst der Barockzeit.

Die berühmte Gustav Klimt Sammlung im Belvedere

Das Belvedere Wien beherbergt die weltweit größte Sammlung von Werken des österreichischen Jugendstilkünstlers. Mit über 24 Gemälden präsentiert das Museum einen einzigartigen Überblick über Klimts Schaffen. Die Sammlung dokumentiert den künstlerischen Aufbruch Wiens in die Moderne zwischen 1900 und 1920.

Der Kuss – das Meisterwerk hautnah erleben

Das berühmteste Gemälde im Gustav Klimt Belvedere ist zweifellos „Der Kuss“ aus den Jahren 1908/1909. Das goldschimmernde Werk zieht täglich Tausende Besucher an. Es zeigt ein Liebespaar in inniger Umarmung auf einer Blumenwiese. Die Verwendung von Blattgold und die ornamentale Gestaltung machen es zum Höhepunkt von Klimts Goldener Periode.

Weitere Werke der Wiener Secession

Neben Klimt präsentiert das Belvedere Wien bedeutende Künstler der Wiener Secession. Werke von Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Koloman Moser ergänzen die Sammlung. Diese Künstler prägten gemeinsam die österreichische Moderne und revolutionierten die Kunstszene um 1900.

Judith und andere Goldene Periode Gemälde

Die Goldene Periode Klimts ist mit mehreren Meisterwerken vertreten. „Judith I“ von 1901 zeigt die biblische Heldin in sinnlicher Darstellung. Weitere Highlights sind „Fritza Riedler“ und „Die Hoffnung II“. Diese Werke zeichnen sich durch die charakteristische Verwendung von Gold und dekorativen Elementen aus.

Gemälde Entstehungsjahr Besonderheit
Der Kuss 1908/1909 Hauptwerk der Goldenen Periode
Judith I 1901 Erste Goldene Periode Arbeit
Fritza Riedler 1906 Porträt mit Goldornamenten
Die Hoffnung II 1907/1908 Allegorische Darstellung

Die barocke Gartenanlage Belvedere

Die prachtvolle Gartenanlage Belvedere zählt zu den bedeutendsten barocken Gartenanlagen Europas. Ein Schüler des berühmten französischen Gartenarchitekten André Le Nôtre, Dominique Girard, gestaltete dieses grüne Juwel ab 1700. Die Vollendung der Anlage erfolgte 1725. Besucher des Schloss Belvedere können auf einer Fläche die einen beeindruckenden Höhenunterschied von 23 Metern überwindet, wahre Gartenkunst erleben.

Kaskadenbrunnen und Muschelbrunnen

Die zwölf Brunnenanlagen der Gartenanlage Belvedere wurden zwischen 2005 und 2010 aufwendig restauriert. Der Kaskadenbrunnen mit seiner fünfstufigen Wassertreppe bildet das Herzstück der Anlage. Der Muschelbrunnen zeigt kunstvolle Tritonen-Figuren, die das Element Wasser verkörpern.

Der historische Alpengarten

Auf 2.500 Quadratmetern erstreckt sich einer der ältesten Alpengärten Europas. Erzherzog Johann gründete ihn 1803. Besucher entdecken hier alpine Pflanzenraritäten in naturnaher Umgebung.

Skulpturen und mythologische Darstellungen

Giovanni Stanetti schuf acht Musen-Statuen für die Gartenanlage. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Muse Kalliope mit Herkules. Die Allegorien und mythologischen Figuren verleihen dem Schloss Belvedere seinen unverwechselbaren Charakter.

Gartenbereich Entstehungsjahr Besonderheiten
Hauptgarten 1700-1725 23 Meter Höhenunterschied
Alpengarten 1803 2.500 m² Fläche
Brunnenanlagen Restauriert 2005-2010 12 historische Brunnen

Österreichische Galerie im Schloss Belvedere

Das Schloss Belvedere beherbergt seit 1955 die Österreichische Galerie, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Wiens. Die Geschichte dieser Institution reicht bis ins Jahr 1903 zurück, als die Moderne Galerie gegründet wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg ging das gesamte Belvedere-Ensemble 1918 in den Besitz der jungen Republik Österreich über.

Bevor das Kunstmuseum Wien seine heutige Form annahm, diente das Obere Belvedere verschiedenen prominenten Bewohnern als Residenz. Erzherzog Franz Ferdinand lebte von 1894 bis 1914 in den prachtvollen Räumen und brachte über 18.000 ethnographische Objekte von seinen Weltreisen mit. Diese einzigartige Sammlung prägte die kulturelle Vielfalt des Hauses. Der berühmte Komponist Anton Bruckner verbrachte seine letzten Lebensmonate im kleineren Kustodenstöckl, wo er 1896 verstarb.

Die Österreichische Galerie entwickelte sich schrittweise zu einem der wichtigsten Museen des Landes. Die Sammlung umfasst Kunstwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart mit einem besonderen Schwerpunkt auf österreichischer Kunst. Als Kunstmuseum Wien präsentiert das Belvedere heute Meisterwerke in einem einzigartigen barocken Ambiente. Die historischen Räume verleihen den ausgestellten Werken eine besondere Atmosphäre und machen jeden Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Kunstmuseum Wien – Sammlungen und Epochen

Das Belvedere Wien beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Österreichs. Die umfangreiche Sammlung spannt einen Bogen von mittelalterlichen Tafelbildern bis zu zeitgenössischen Werken. Besucher können hier die Entwicklung der österreichischen Kunst über acht Jahrhunderte nachvollziehen.

Mittelalter bis Renaissance

Die Sammlung mittelalterlicher und Renaissance-Kunst umfasst Werke aus den Jahren 1200 bis 1600. Im Unteren Belvedere befindet sich ein eigenes Schaudepot für diese Epoche. Gotische Tafelbilder und frühe Porträts zeigen die künstlerische Entwicklung dieser Zeit. Besonders bemerkenswert sind die Werke aus der ehemaligen Ambraser Sammlung der Habsburger, die 1806 ins kunstmuseum wien kam.

Barock und Klassizismus

Die Barocksammlung (1600-1800) präsentiert prachtvolle Gemälde österreichischer Meister. Die Epoche des Klassizismus und Biedermeier (1800-1865) ist mit Werken von Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich von Amerling vertreten. Diese Sammlung zeigt den Wandel vom höfischen Barock zur bürgerlichen Kunst.

Wien um 1900 und die Moderne

Der Schwerpunkt des Belvedere Wien liegt auf der Kunst der Jahrhundertwende. Die Sammlung „Wien um 1900“ zeigt Meisterwerke von Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Die Moderne ist mit Werken der Avantgarden der 1920er bis 1970er Jahre vertreten. Diese einzigartige Sammlung macht das kunstmuseum wien zu einem Anziehungspunkt für Kunstliebhaber aus aller Welt.

Besucherinformationen und Öffnungszeiten

Ein Besuch im Belvedere Wien lässt sich optimal planen, wenn man die wichtigsten Informationen kennt. Die prächtigen Barockschlösser stehen Besuchern das ganze Jahr über offen. Seit 1780 ist sogar der wunderschöne Garten für die Öffentlichkeit zugänglich.

Aktuelle Eintrittspreise und Ermäßigungen

Das Oberes Belvedere bietet verschiedene Ticketoptionen an. Erwachsene zahlen 16,70 Euro für den regulären Eintritt. Senioren ab 65 Jahren erhalten eine Ermäßigung auf 14,50 Euro. Studierende und Jugendliche unter 25 Jahren zahlen nur 13,40 Euro. Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren haben freien Eintritt. Das Unteres Belvedere hat separate Eintrittspreise von 14,60 Euro für Erwachsene.

Öffnungszeiten für Oberes und Unteres Belvedere

Beide Schlösser haben täglich geöffnet. Das Oberes Belvedere empfängt Besucher von 9 bis 18 Uhr, freitags sogar bis 21 Uhr. Das Unteres Belvedere öffnet seine Tore von 10 bis 18 Uhr. An Feiertagen gelten besondere Öffnungszeiten.

Barrierefreier Zugang und Services

Das Belvedere Wien ist vollständig barrierefrei gestaltet. Rollstuhlfahrer finden Aufzüge in beiden Schlössern. Kostenlose Rollstühle stehen bei Bedarf zur Verfügung. Blindenführhunde sind willkommen. Audioguides in mehreren Sprachen bereichern den Museumsbesuch. Garderobe und Schließfächer befinden sich im Eingangsbereich.

Sonderausstellungen und Veranstaltungen

Das Belvedere bietet seinen Besuchern weit mehr als die permanente Sammlung. Die österreichische Galerie präsentiert regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen in beiden Schlössern. Diese temporären Präsentationen ergänzen die Dauerausstellung und werfen neue Blicke auf verschiedene Kunstströmungen und Epochen.

Das Kunstmuseum Wien nutzt die prachtvollen Räumlichkeiten für vielfältige Veranstaltungen. Von Konzerten im Marmorsaal bis zu Lesungen in den historischen Sälen reicht das Programm. Die Verbindung von barocker Architektur und zeitgenössischen Events schafft ein einzigartiges Erlebnis.

Die Geschichte des Belvedere zeigt auch dunkle Kapitel. Während des NS-Regimes diente das Obere Belvedere als Ort politischer Entscheidungen. Am 2. November 1938 und am 30. August 1940 fanden hier die Wiener Diktate statt. Die Galerie des 19. Jahrhunderts und das Barockmuseum blieben trotz Krieg bis 1944 für Besucher zugänglich.

Die majestätische Kulisse des Schlosses zog auch die Filmwelt an. 1960 drehte Sophia Loren hier Szenen für „Prinzessin Olympia“. Später nutzte Viggo Mortensen 2011 die historischen Räume für den Film „Eine dunkle Begierde“. Diese Produktionen trugen den Ruhm der österreichischen Galerie in die Welt hinaus.

Aktuelle Informationen zu Sonderausstellungen und Veranstaltungen finden Interessierte auf der offiziellen Website. Das Kunstmuseum Wien aktualisiert sein Programm regelmäßig und bietet für jeden Geschmack passende Angebote.

Der historische Staatsvertrag von 1955

Das Schloss Belvedere ist nicht nur für seine Kunstschätze bekannt. Am 15. Mai 1955 wurde hier ein entscheidendes Kapitel österreichischer Geschichte geschrieben. Im prächtigen Marmorsaal unterzeichneten die Vertreter der vier Besatzungsmächte und Österreichs den Österreichischen Staatsvertrag. Dieser Moment beendete die zehnjährige Besatzungszeit und gab dem Land seine volle Souveränität zurück.

Leopold Figl und „Österreich ist frei!“

Außenminister Leopold Figl spielte die Hauptrolle an diesem historischen Tag im Belvedere Wien. Nach der Unterzeichnung trat er auf den Balkon des Schlosses und präsentierte den unterzeichneten Vertrag der jubelnden Menschenmenge. Die berühmten Worte „Österreich ist frei!“ sprach Figl allerdings im Marmorsaal aus, nicht auf dem Balkon. Dort gab es keine Lautsprecheranlage für die Tausenden Menschen im Belvederegarten.

Die Bedeutung für die österreichische Geschichte

Der Staatsvertrag machte das Schloss Belvedere zum Symbol österreichischer Freiheit. Die Wochenschaubilder von diesem Tag gehören zu den wichtigsten Dokumenten der Zeitgeschichte. Sie zeigen die überwältigende Freude der Menschen im Garten des Belvedere Wien.

Datum Ereignis Ort
15. Mai 1955 Unterzeichnung Staatsvertrag Marmorsaal
15. Mai 1955 Balkonauftritt Leopold Figls Oberes Belvedere
26. Oktober 1955 Abzug letzter Besatzungstruppen Österreich

Anreise und Lage des Barockschlosses Wien

Das Barockschloss Wien liegt seit 1850 im dritten Wiener Gemeindebezirk Landstraße. Die einzigartige Position auf einem südlich ansteigenden Hang verlieh dem Schloss seinen Namen „Belvedere“ – die schöne Aussicht. Diese besondere Lage nutzte schon der Maler Bernardo Bellotto für sein berühmtes Gemälde „Canaletto-Blick“ aus den Jahren 1759-1760. Das Kunstwerk zeigt die Stadt Wien vom Belvedere Wien aus betrachtet und befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum.

Öffentliche Verkehrsmittel zum Belvedere

Die Anreise zum Belvedere Wien gestaltet sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln besonders einfach. Folgende Verbindungen stehen zur Verfügung:

  • Straßenbahnlinie D (Station Schloss Belvedere)
  • Straßenbahnlinie 71 (Station Unteres Belvedere)
  • S-Bahn Station Quartier Belvedere (5 Minuten Fußweg)
  • U-Bahn U1 Station Hauptbahnhof (10 Minuten Fußweg)
  • Buslinien 69A und 13A

Parkmöglichkeiten in der Nähe

Für Besucher mit eigenem Fahrzeug gibt es mehrere Parkoptionen rund um das Barockschloss Wien. Die Kurzparkzone im dritten Bezirk erlaubt werktags von 9 bis 22 Uhr maximal zwei Stunden Parkzeit. Längere Aufenthalte ermöglichen die Parkgarage am Hauptbahnhof oder das Parkhaus in der Landstraßer Hauptstraße. An Wochenenden stehen zusätzlich kostenfreie Parkplätze in den angrenzenden Seitenstraßen zur Verfügung.

Führungen und Bildungsprogramme

Das Belvedere bietet als bedeutendes Kunstmuseum Wien ein vielfältiges Programm an Führungen und Bildungsangeboten. Besucher können die österreichische Galerie auf unterschiedliche Weise entdecken und dabei spannende Einblicke in die Kunstgeschichte erhalten.

Die angebotenen Führungen reichen von klassischen Überblickstouren durch die Sammlungen bis zu thematischen Spezialführungen. Besonders beliebt sind die Klimt-Führungen, bei denen Besucher mehr über den berühmten Künstler und seine Werke erfahren. Auch Architekturführungen durch die barocken Räumlichkeiten stehen auf dem Programm.

Führungsart Dauer Teilnehmerzahl Preis pro Person
Überblicksführung 60 Minuten Max. 25 Personen 4 Euro zzgl. Eintritt
Klimt-Spezialführung 90 Minuten Max. 20 Personen 6 Euro zzgl. Eintritt
Kinderführung 45 Minuten Max. 15 Kinder 3 Euro zzgl. Eintritt
Private Führung Nach Vereinbarung Bis 15 Personen 120 Euro Pauschal

Für Schulklassen und Kindergärten hat die österreichische Galerie spezielle Vermittlungsprogramme entwickelt. Diese altersgerechten Angebote machen Kunst spielerisch erlebbar. Workshops ergänzen das Bildungsangebot des Kunstmuseum Wien und ermöglichen kreatives Arbeiten direkt vor den Originalwerken.

Architektonische Meisterleistung von Johann Lucas von Hildebrandt

Johann Lucas von Hildebrandt schuf zwischen 1712 und 1723 ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Seine Vision vereinte italienische Eleganz mit österreichischer Baukunst. Das Prinz Eugen Schloss zeigt seine geniale Handschrift in jedem Detail.

Italienischer Barock trifft österreichische Tradition

Hildebrandt brachte italienische Leichtigkeit nach Wien. Er studierte in Rom und verstand die Kunst des Barocks perfekt. Seine Fassaden zeigen geschwungene Linien und spielerische Ornamente. Das Barockschloss Wien verbindet mediterrane Heiterkeit mit heimischer Solidität.

Die verwendeten Materialien und Steinmetzarbeiten

Für den Bau wählte Hildebrandt nur edelste Materialien aus verschiedenen Regionen:

  • Sankt Margarethener Stein für die Fassaden
  • Eggenburger und Zogelsdorfer Stein für tragende Elemente
  • Kaiserstein und Mannersdorfer Stein für Details
  • Savonnières-Kalkstein aus Frankreich
  • Adneter Kalkstein für besondere Akzente
  • Kunstmarmor für prachtvolle Innenräume

Hofsteinmetzmeister Elias Hügel leitete die aufwendigen Arbeiten. Seine Kunstfertigkeit zeigt sich in jedem gemeißelten Ornament.

Das innovative Pavillonsystem

Hildebrandt entwickelte ein revolutionäres Konzept. Mehrere Pavillons bilden zusammen das Prinz Eugen Schloss. Jeder Block besitzt eine eigene Dachkonstruktion. Diese Bauweise schafft abwechslungsreiche Ansichten und praktische Raumaufteilungen. Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg und ein Brand 1950 zerstörten einige Prunksäle. Die Restaurierung bewahrte Hildebrandts geniale Architektur für kommende Generationen.

Fazit

Das Belvedere Wien ist weit mehr als nur ein Museum. Es verkörpert die perfekte Verbindung aus barocker Baukunst und einer der wichtigsten Kunstsammlungen der Welt. Was einst als private Sommerresidenz von Prinz Eugen begann, entwickelte sich zu einem kulturellen Herzstück Österreichs. Die prachtvolle Architektur von Johann Lukas von Hildebrandt zieht Besucher aus aller Welt an.

Die Gartenanlage Belvedere mit ihren Brunnen und Skulpturen schafft einen harmonischen Übergang zwischen den beiden Schlössern. Hier verbinden sich Natur und Kunst zu einem Gesamtkunstwerk. Das UNESCO-Weltkulturerbe bewahrt nicht nur barocke Pracht, sondern auch österreichische Geschichte. Im Marmorsaal des Oberen Belvedere unterzeichnete Leopold Figl 1955 den Staatsvertrag, der Österreich die Freiheit brachte.

Kunstwerke von Gustav Klimt, Egon Schiele und Oscar Kokoschka machen das Belvedere Wien zu einem Muss für jeden Kunstliebhaber. Die kontinuierliche Restaurierung und moderne Präsentation der Sammlungen zeigen, wie lebendig dieses historische Ensemble bleibt. Ein Besuch im Belvedere bedeutet eine Reise durch drei Jahrhunderte österreichischer Kultur und Geschichte.

FAQ

Was kostet der Eintritt ins Belvedere Wien?

Die aktuellen Eintrittspreise variieren je nach Ausstellung und Ticket-Kombination. Für das Obere Belvedere mit der berühmten Klimt-Sammlung zahlen Erwachsene regulär etwa 16-18 Euro. Es gibt Ermäßigungen für Studierende, Senioren und Gruppen. Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren haben freien Eintritt. Kombitickets für beide Schlösser sind ebenfalls erhältlich.

Wie lange dauert ein Besuch im Schloss Belvedere?

Für einen umfassenden Besuch sollten Besucher mindestens 2-3 Stunden einplanen. Das Obere Belvedere mit der Klimt-Sammlung benötigt etwa 1,5-2 Stunden, das Untere Belvedere weitere 1-1,5 Stunden. Wer auch die Gartenanlage Belvedere erkunden möchte, sollte zusätzlich 30-45 Minuten einrechnen.

Wo befindet sich „Der Kuss“ von Gustav Klimt?

Das weltberühmte Gemälde „Der Kuss“ (1908/1909) von Gustav Klimt ist im Oberen Belvedere ausgestellt. Es befindet sich in der permanenten Sammlung „Wien um 1900“ und ist das Highlight der Österreichischen Galerie Belvedere. Das Meisterwerk zieht täglich Tausende von Besuchern an.

Kann man im Belvedere fotografieren?

In den Ausstellungsräumen ist Fotografieren ohne Blitz für private Zwecke erlaubt. Bei Gustav Klimts „Der Kuss“ und anderen Hauptwerken kann es zu Einschränkungen kommen. Professionelle Aufnahmen und die Verwendung von Stativen bedürfen einer Genehmigung. In der Gartenanlage ist das Fotografieren uneingeschränkt möglich.

Wer war Prinz Eugen von Savoyen?

Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736) war ein bedeutender Feldherr und Kunstmäzen. Er ließ das Belvedere zwischen 1712 und 1723 als Sommerresidenz von Johann Lucas von Hildebrandt erbauen. Als erfolgreicher Heerführer im Dienste der Habsburger besiegte er die Osmanen und prägte die österreichische Geschichte nachhaltig.

Ist das Belvedere barrierefrei zugänglich?

Ja, beide Schlösser sind weitgehend barrierefrei gestaltet. Das Obere Belvedere und das Untere Belvedere verfügen über Aufzüge und barrierefreie Eingänge. Rollstühle können an der Kasse ausgeliehen werden. Die historische Gartenanlage hat teilweise Kieswege, ist aber über befestigte Hauptwege gut befahrbar.

Was wurde im Belvedere unterschrieben?

Am 15. Mai 1955 wurde der Österreichische Staatsvertrag im Marmorsaal des Oberen Belvedere unterzeichnet. Außenminister Leopold Figl präsentierte den Vertrag anschließend auf dem Balkon. Seine berühmten Worte „Österreich ist frei!“ sprach er allerdings im Marmorsaal, da der Balkon keine Lautsprecheranlage hatte.

Welche Öffnungszeiten hat das Kunstmuseum Wien Belvedere?

Das Belvedere Wien hat täglich geöffnet. Die regulären Öffnungszeiten sind von 10 bis 18 Uhr, freitags oft bis 21 Uhr verlängert. An Feiertagen können abweichende Zeiten gelten. Die Gartenanlage Belvedere ist ganzjährig frei zugänglich und öffnet bereits früher.

Gibt es Führungen durch das Barockschloss Wien?

Ja, die Österreichische Galerie bietet verschiedene Führungen an. Es gibt allgemeine Überblicksführungen, thematische Spezialführungen zu Gustav Klimt und der Wiener Moderne sowie Architekturführungen durch das Barockschloss. Audioguides sind in mehreren Sprachen verfügbar. Gruppenführungen können vorab gebucht werden.

Wie kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Belvedere?

Das Belvedere Wien im 3. Bezirk ist hervorragend erreichbar. Die Straßenbahnlinie D hält direkt vor dem Schloss Belvedere (Station Schloss Belvedere). Alternativ fahren die S-Bahn (Station Quartier Belvedere) und die U-Bahnlinie U1 (Station Hauptbahnhof) in die Nähe. Vom Stadtzentrum sind es nur 10-15 Minuten.

INFO: Alle Angaben ohne Gewähr – Besuchen Sie die Sehenswürdigkeit vor Ort, informieren Sie sich online zu offiziellen Öffnungszeiten, Programm & Angeboten & buchen Sie eine Führung!