Wer in Wien Sperrmüll, alte Elektrogeräte, Problemstoffe oder Gartenabfälle loswerden will, landet früher oder später beim Mistplatz.
Stadt Wien: Mistplätze, Öffnungszeiten und Adressen – Zentrale Übersicht mit Standorten, Grundöffnungszeiten, Gratis-Leistungen und den wichtigsten Standortbesonderheiten.
Die gute Nachricht: In Wien gibt es 13 Mistplätze, die meisten haben Montag bis Samstag von 7 bis 18 Uhr geöffnet, vieles ist gratis und du kannst dort deutlich mehr erledigen als nur „Müll wegbringen“.
Die schlechte Nachricht: Genau bei den Details passieren die meisten Fehler. Nicht alles darf in beliebiger Menge abgegeben werden, nicht jeder Standort funktioniert gleich und für manche Dinge ist der Mistplatz sogar gar nicht die beste Lösung.
Was gehört wirklich hin? Was kostet? Was geht auch ohne Mistplatz? Welcher Standort spart dir Zeit?
Hier sind alle Antworten:
| Fakten | Stand Wien 2026 |
|---|---|
| Anzahl der Mistplätze | 13 Standorte in Wien |
| Regelöffnungszeiten | Montag bis Samstag, 7 bis 18 Uhr |
| Feiertage | geschlossen |
| Grundregel für Privatpersonen | 1 Mistplatz-Einfahrt pro Tag, grundsätzlich 1 Kubikmeter pro Anlieferung |
| Wer darf anliefern? | in Wien gemeldete Privatpersonen sowie Gewerbetreibende mit Sitz in Wien |
| Gewicht des Fahrzeugs | maximal 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht |
| Was meist gratis ist | Sperrmüll, Altstoffe, Bio-Müll, Elektrogeräte, Problemstoffe, gut erhaltene Altwaren |
| Was kostet | Restmüll: 2 Euro für bis zu 150 Liter |
| Besonderheiten | Ottakring und Heiligenstadt samstags erst ab 8 Uhr |
| Wichtige Alternativen | mobile Problemstoffsammlung, stationäre Sammelstellen, Handel, Apotheken, 48er-Tandler-Box |
Mistplatz Wien: Was du im Alltag wirklich wissen musst
Die meisten Menschen suchen nach dem Mistplatz erst dann, wenn Keller, Abstellraum oder Wohnung ohnehin schon voll sind. Dann soll es schnell gehen. Genau deshalb werden online oft nur die einfachsten Antworten geklickt: Adresse, Öffnungszeit, fertig. Für die Praxis reicht das selten. Denn der Mistplatz ist in Wien nicht einfach eine riesige Sammelstelle für alles, sondern ein ziemlich genau geregeltes System.
Du darfst dort als in Wien gemeldete Privatperson Abfälle aus Wien bringen. Pro Tag ist grundsätzlich eine Einfahrt vorgesehen, die Menge liegt im Regelfall bei einem Kubikmeter pro Anlieferung. Das klingt trocken, ist aber wichtig. Wer mit der Idee einer kleinen Wohnungsräumung anrückt, merkt oft erst vor Ort, dass das nicht mehr unter den normalen Alltagsrahmen fällt. Für grössere Mengen an nicht gefährlichen Abfällen ist Rinter die richtige Adresse, dort gibt es neben dem Mistplatz auch eine Abfallbehandlungsanlage für grössere Mengen Sperrmüll, Gewerbe- und Industrieanlieferungen.
Was du gratis abgeben kannst und wann der Mistplatz gar nicht die beste Lösung ist
Der grosse Vorteil der Wiener Mistplätze ist, dass vieles kostenlos angenommen wird: Sperrmüll, Altstoffe, biogene Abfälle, Elektrogeräte, Problemstoffe und sogar gut erhaltene Altwaren. Gerade dieser letzte Punkt wird im Web erstaunlich oft nur am Rand erwähnt. Dabei ist er für den Alltag besonders nützlich: Wenn etwas noch brauchbar ist, muss es nicht automatisch Abfall sein.
Auf allen Mistplätzen gibt es eine 48er-Tandler-Box für funktionstüchtige Dinge wie Geschirr, Möbel, Bücher, Kleidung oder Spielzeug. Das ist nicht nur praktisch, sondern oft die bessere Lösung als das spontane Wegwerfen. Laut 48er-Tandler werden jährlich rund 130.000 noch gebrauchsfähige Gegenstände auf den Mistplätzen abgegeben.
Mistplatz heisst nicht nur entsorgen, sondern manchmal auch weitergeben.
Was kostenlos geht und was Geld kostet
Im Alltag ist das die wichtigste Frage. Die Leistungen der Mistplätze sind in Wien grundsätzlich gratis. Die bekannteste Ausnahme ist Restmüll. Wenn kurzfristig mehr Restmüll anfällt, etwa nach einem Umzug, einer Feier oder einer grösseren Räumaktion, kannst du ihn über die Restmüllschleuse auf dem Mistplatz entsorgen. Das kostet 2 Euro für bis zu 150 Liter.
Das ist praktisch, aber nur für echte Mehrmengen gedacht. Wer alles, was eigentlich getrennt gehört, als Restmüll behandelt, zahlt nicht nur unnötig, sondern macht sich die Sache auch schwerer. Viele Dinge, die im Alltag vorschnell als „einfach Müll“ gelten, sind am Mistplatz kostenlos getrennt abzugeben.
Was besonders oft falsch gebracht wird
Typische Fehler sind schnell erklärt. Sperrmüll ist nicht alles, was gross aussieht. Alte Möbel, Matratzen, Teppiche oder Türen gehören dorthin. Bauschutt hat eigene Mengenregeln. Reifen sind ebenfalls extra geregelt, bei Pkw-Reifen sind maximal fünf Stück vorgesehen. Kühl- und Gefriergeräte werden angenommen, aber nur in klaren Haushaltsmengen. Bei Bildschirmgeräten gibt es ebenfalls Begrenzungen.
Ein besonders nützlicher Punkt für Wiener Haushalte: Altspeiseöl muss weder in den Ausguss noch in irgendeine improvisierte Flasche im Keller. Dafür gibt es den WÖLI, den Wiener Ölsammelkübel. Er ist an den Abgabestellen gratis erhältlich, der volle Kübel wird dort gegen einen sauberen getauscht. Das ist einer dieser kleinen Services, die im Alltag mehr bringen als jeder theoretische Müllratgeber.
Wann du dir die Fahrt zum Mistplatz sparen kannst
Das ist der Mehrwert, den viele Texte im Netz nicht sauber ausspielen. Nicht alles muss zwingend zum Mistplatz. Für Problemstoffe gibt es in Wien zusätzlich eine mobile Problemstoffsammlung, die ein- bis zweimal alle drei Monate in die Nähe kommt. Sie fährt 93 Standorte an. Ausserdem gibt es stationäre Problemstoffsammelstellen, etwa bei Märkten.
Auch der Handel spielt eine Rolle: Batterien müssen zurückgenommen werden, und ab einer Verkaufsfläche von 150 Quadratmetern müssen beim Kauf eines passenden Neugeräts auch kaputte Elektrogeräte kostenlos übernommen werden. Viele Apotheken nehmen Altmedikamente freiwillig zurück. Genau deshalb lohnt es sich, vor einer Fahrt kurz zu überlegen: Brauche ich wirklich den Mistplatz – oder gibt es eine nähere, schnellere Lösung?
Welche Standorte im Alltag besonders praktisch sind
Die meisten Mistplätze haben dieselben Grundöffnungszeiten, aber nicht jeder Standort ist gleich bequem. Ottakring und Heiligenstadt öffnen samstags erst um 8 Uhr, nicht um 7 Uhr. In Ottakring gelten ausserdem strengere Regeln: Dort sind Anlieferungen nur mit Pkw mit Wiener Kennzeichen, zu Fuss oder mit dem Fahrrad erlaubt. Anhänger, Firmenfahrzeuge, Busse mit Ladefläche oder ähnliche Fahrzeuge sind dort nicht zugelassen.
Rinter ist für grössere Fälle besonders wichtig, weil dort neben dem Mistplatz auch grössere Mengen Sperrmüll und gewerbliche Anlieferungen abgewickelt werden können. Wer bloss schnell Gartenabfälle, Sperrmüll und ein altes Elektrogerät loswerden will, ist aber oft an einem näheren Standardstandort besser aufgehoben.
So gehst du am klügsten vor
- Vor dem Losfahren trennen: Sperrmüll, Problemstoffe, Elektrogeräte und brauchbare Altwaren nicht zusammenwerfen.
- Menge realistisch einschätzen: Eine kleine Kellerleerung ist etwas anderes als eine halbe Wohnungsauflösung.
- Standort prüfen: Nicht jeder Mistplatz ist für jedes Fahrzeug gleich gut geeignet.
- Alternativen mitdenken: Problemstoffmobil, Sammelstellen, Handel oder Apotheke sind oft schneller.
- Brauchbares extra halten: Für die Tandler-Box eignen sich intakte Dinge viel besser als für den Container.
Genau so wird aus einem mühsamen Erledigungstermin eine ziemlich effiziente Sache. Der eigentliche Unterschied liegt nicht im Müll, sondern in der Vorbereitung. Wer weiss, was wohin gehört, steht kürzer an, fährt seltener doppelt und nutzt die Wiener Angebote deutlich besser.
Welche Öffnungszeiten gelten bei den Wiener Mistplätzen?
Die meisten Wiener Mistplätze haben Montag bis Samstag von 7 bis 18 Uhr geöffnet. An Feiertagen sind sie geschlossen. Einzelne Standorte weichen ab, etwa Ottakring und Heiligenstadt, die samstags erst um 8 Uhr öffnen.
Was kann ich am Mistplatz gratis abgeben?
Gratis angenommen werden in Haushaltsmengen unter anderem Sperrmüll, Altstoffe, Bio-Müll, Elektrogeräte, Problemstoffe und gut erhaltene Altwaren. Restmüll ist die wichtigste kostenpflichtige Ausnahme.
Was kostet am Mistplatz Wien Geld?
Für Restmüll über die Restmüllschleuse fallen 2 Euro für bis zu 150 Liter an. Viele andere Fraktionen sind kostenlos, wenn sie getrennt und in haushaltsüblichen Mengen abgegeben werden.
Wie viel darf ich pro Tag anliefern?
Für Privatpersonen gilt grundsätzlich eine Mistplatz-Einfahrt pro Tag mit etwa einem Kubikmeter pro Anlieferung. Für einzelne Abfallarten wie Reifen oder bestimmte Baustoffe gibt es gesonderte Mengenregeln.
Darf ich mit einem Anhänger zum Mistplatz fahren?
Das hängt vom Standort ab. Besonders wichtig ist Ottakring: Dort sind Anhänger nicht erlaubt. Auch Firmenfahrzeuge und bestimmte grössere Fahrzeuge sind dort ausgeschlossen.
Wohin mit altem Speiseöl in Wien?
Altspeiseöl und -fette kannst du auf Wiener Mistplätzen und bei Problemstoffsammelstellen kostenlos abgeben. Dafür gibt es den kostenlosen WÖLI, einen Sammelkübel für zu Hause.
Muss ich für Problemstoffe immer zum Mistplatz?
Nein. In Wien gibt es zusätzlich eine mobile Problemstoffsammlung mit vielen Standorten sowie stationäre Problemstoffsammelstellen. Für Batterien und manche Elektrogeräte ist oft auch der Handel eine Alternative.
Was mache ich mit noch brauchbaren Möbeln oder Haushaltsdingen?
Intakte Altwaren kannst du auf den Wiener Mistplätzen in der 48er-Tandler-Box abgeben. So werden brauchbare Gegenstände weiterverwendet, statt sofort entsorgt zu werden.
Quellen
- Wiener Handbuch: Mistplätze im Überblick – Kompakte Serviceübersicht der Stadt mit den wichtigsten Eckdaten für den schnellen Alltagseinsatz.
- 48er-Tandler-Box für brauchbare Altwaren – Informationen zur Abgabe funktionstüchtiger Gegenstände statt reiner Entsorgung.
- Digitales Wien: Open-Data-Änderungen – Überblick zu gepflegten Datensätzen der Stadt, darunter auch Standortdaten rund um Wiener Mistplätze.
- Offener Datensatz zu Mistplatz-Standorten – Öffentliche Datengrundlage für Standorte und strukturierte Weiterverwendung.
- Presse-Service der Stadt Wien zu den 48ern – Aktuelle Einordnung zu Serviceangebot, Infrastruktur und Rolle der 48er in Wien.
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